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Leben

Neustart
Leben

Neustart und Fokus auf das Veränderbare: 2021, ich bin bereit!

Gestern Mittag war ich im Wald. Ich lief meine übliche Joggingrunde, kämpfte mich keuchend den gehassten Hang hinauf, kreuzte andere keuchende Joggerinnen und Jogger, manche in kurzen Hosen, manche in Wollpullis. Seit dem Lockdown hat sich die Anzahl Joggerinnen und Jogger im Wald exponentiell vermehrt, also nahm ich einen Schleichweg, kahle Äste schlugen mir ins Gesicht, ich versank knöcheltief im Schlamm, fluchte über meine nassen Füsse. Und da entdeckte ich die ersten Knospen an den Bäumen, spürte das zaghafte Wiedererwachen der Natur und wusste: Es ist auch für mich Zeit für einen Neustart.

Neustart, das hört sich verlockend an. 2020 war trist und deprimierend, ein Jahr randvoll gefüllt mit Ängsten, Trübsal und Tränen. Ein klitzekleines Etwas dominierte plötzlich den Alltag, war der Star der Show, sorgte für Negativ-Schlagzeilen, die sich bedrohlich wie dunkle Wolken am Himmel auftürmten, raubte den Schlaf und den Verstand. Menschen stritten auf einmal um Positivitätsraten, R-Werte und den Sinn und Unsinn von Massnahmen, Massentests und Masken. Ich diskutiere nicht mehr mit – nein, 2021 soll anders sein. weiterlesen…

Graue Haare
Leben

Graue Haare? Na und?!

Neulich trödelte ich vor dem Zubettgehen wieder einmal im Bad herum, mein Partner tigerte bereits vor der Tür auf und ab, meine Katze miaute vorwurfsvoll und trotzdem putzte ich meine Zähne ein zweites Mal ausgiebig mit meinem neuen, zu 90 % abbaubaren Zahnbürstli aus Bambus. Die Welt roch nach Biosalbei und Biominze und ich war rundum zufrieden. Schliesslich hatte ich soeben einen Beitrag für eine bessere Welt geleistet, oder? So nahm ich mir etwas zu viel Zeit, um mich ausgiebig im Spiegel zu betrachten. Und da entdeckte ich sie: Die ersten grauen Haare. Was? Graue Haare? Ich? No way! weiterlesen…

Januar-Blues
Leben

Gefangen im Januar-Blues? Was dagegen hilft

Liebe Leserin, lieber Leser, leidest du auch unter dem Januar-Blues? Hast du die Minustemperaturen, die ewige Dunkelheit und deine ambitiösen Neujahrsvorsätze langsam satt? Und bist du auch der Meinung, dass der Januar der vertrackteste Monat des Jahres ist?

Es ist doch so: Jeder Monat tanzt nach seinem eigenen Rhythmus – und der Januar ist besonders verkrampft. Der Dezember tanzt wie eine barocke Schönheit – schwerfällig, frivol und ein bisschen behäbig. Im Dezember lassen wir es uns gut gehen. Wir werfen das schwer verdiente Geld leichtfertig zum Fenster hinaus, schlagen uns die Bäuche voll, feiern die Liebe und schlafen wie Murmeltiere. Der Januar hingegen ist ein Miesepeter. Wenn er tanzt, dann tritt er höchstens zur Pflicht an. Doch viel lieber rennt und keucht er wie ein Leistungssportler. Sobald die Neujahrsglocken erklingen, kommt er ehrgeizig aus der Startbahn geschossen, sein Puls rast, seine Augen sind starr auf die Ziellinie gerichtet. Und unaufhörlich krächzt er: Abnehmen! Sparen! Trainieren! Verbessern! Optimieren! Das neue Jahr soll schliesslich besser werden als das alte.

Dementsprechend ächzen die Regale der Buchhandlungen im Januar unter all den Büchern zu Saftdiäten und Self-Growth-Ratgebern, die Zeitschriften überbieten sich mit Tipps zum Intervallfasten, zur Low-Fat-Küche und zur Senkung des Bluthochdrucks, Fitnessstudios haben Hochkonjunktur, in den sozialen Medien boomen Hashtags wie #Veganuary oder #Dryjanuary und selbst bei eisigem Wetter trifft man im Wald auf beleibte Jogger, die sich in viel zu warmer Kleidung schwer schwitzend verschneite Hügel hinaufschleppen. Oh Januar, du bürgst uns viel zu viel auf!

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Tod
Leben

Was uns der Tod lehrt

Kürzlich starb mein Kater. Er litt an einer schweren Krankheit, er frass nicht mehr, er putzte sich nicht mehr, er hatte jegliche Freude am Leben verloren. Der Tierarzt legte mir nahe, ihn einzuschläfern. Schweren Herzens nahm ich von ihm Abschied. Lange streichelte ich seinen noch warmen Körper, das flauschige Fell hinter seinen Ohren, seine samtigen Pfoten und konnte nicht glauben, dass sein Körper nur noch eine leblose Hülle war, die bald zerfallen sein würde. Dass sein Leben vorbei war. Dass er nie wieder maunzend um meine Beine streichen, sich genüsslich in der Sonne räkeln oder mit mir Verstecken spielen würde.

Der Tod lehrt uns: Nichts besteht, alles vergeht

In den folgenden Tagen dachte ich viel über den Tod nach. Darüber, wie er sich plötzlich in mein Leben geschlichen und mich hinterrücks überfallen hatte. Wie ein feiger Ganove. Doch hatte er das? Oder hatte ich ihn nur erfolgreich verdrängt?

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Angst und Panik
Leben

Wenn ein Leberfleck alles ändert: Ein Protokoll der Angst

Plötzlich war alles anders. Ein flüchtiger Blick in den Spiegel hatte der Angst die Pforte zu meiner Seele geöffnet. Jetzt sass sie mir im Nacken. Nein, genau genommen hatte sie sich frech zwischen meine Schulterblätter gesetzt. Und zwar in der Form eines hässlichen, abstehenden, munter vor sich hinwachsenden Leberflecks.

Angst? Flüchten oder kämpfen, wir haben die Wahl

Was tun wir, wenn wir Angst haben? Es ist simpel. Wir flüchten. Oder wir kämpfen. Das heisst: Entweder vermeiden wir die angstauslösende Situation oder wir stellen uns ihr.

Ich entschied mich für Letzteres. Denn ich weiss aus eigener Erfahrung: Wenn wir uns der Angst nicht stellen, kommt sie früher oder später immer zurück. Und zwar mit doppelter Kraft.

Ich rief also zuerst mein telemedizinisches Zentrum an – genau so, wie es mein Versicherungsmodell vorsieht. Nachdem mich die diensthabende Ärztin telefonisch befragt und die Fotos meines Leberflecks – die ich ihr eingangs schicken musste – ausgewertet hatte, beschloss sie, mich an einen Dermatologen zu überweisen. Mein Leberfleck sah zwar unverdächtig aus. Aber er war gewachsen. Und das war kein gutes Zeichen. So viel hatte ich verstanden.

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Sport
Leben

Liebe auf den zweiten Blick: Wie ich den Sport entdeckte

Heute schnüre ich meine Joggingschuhe zwei- bis dreimal pro Woche. Und auch meine Yogamatte rolle ich regelmässig aus. Doch das war nicht immer so. Denn lange lebte ich getreu dem Motto «Sport ist Mord». Aber gehen wir schön der Reihe nach.

Alles begann vor mehr als zwanzig Jahren in einem nicht ganz so malerischen Berner Dorf. Ich gebe es zu: Im Sportunterricht war ich eine richtige Niete. Niemand wollte mich in seinem Team haben, wenn wir Völkerball (wer hat sich bloss diese rassistische Sportart ausgedacht?) oder Unihockey spielten.

Schlimm waren für mich besonders jene Tage, an denen wir unsere Teams selbst zusammenstellen durften. Denn dann litt mein seelisches Wohlbefinden und mein Selbstvertrauen schmolz wie Butter in der Sonne. Warum? Weil ich stets unter den Letzten war, die gewählt wurden.

Einsam und verlassen stand ich dann in der gelichteten Reihe, starrte auf den Boden und wünschte mir, jemand anderes zu sein. Eine beliebte und umjubelte Superheldin mit ellenlangen athletischen Beinen und muskulösen Armen etwa. Denn ich genügte offenbar nicht. Das war die simple Lehre, die ich daraus zog.

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