Kategorie-Suchbegriff

Selbstbestimmung

Angst und Panik
Selbstbestimmung

Wenn ein Leberfleck alles ändert: Ein Protokoll der Angst

Plötzlich war alles anders. Ein flüchtiger Blick in den Spiegel hatte der Angst die Eingangspforte zu meiner Seele geöffnet. Jetzt sass sie mir im Nacken. Nein, genau genommen hatte sie sich frech zwischen meine Schulterblätter gesetzt. Und zwar in der Form eines hässlichen, abstehenden, munter vor sich hinwachsenden Leberflecks.

Angst? Flüchten oder kämpfen, wir haben die Wahl

Was tun wir, wenn wir Angst haben? Es ist simpel. Wir flüchten. Oder wir kämpfen. Das heisst: Entweder vermeiden wir die angstauslösende Situation oder wir stellen uns ihr.

Ich entschied mich für Letzteres. Denn ich weiss aus eigener Erfahrung: Wenn wir uns der Angst nicht stellen, kommt sie früher oder später immer zurück. Und zwar mit doppelter Kraft.

Ich rief also zuerst bei meinem telemedizinischen Zentrum an – genau so, wie es mein Versicherungsmodell vorsieht. Nachdem mich die diensthabende Ärztin telefonisch befragt und die Fotos meines Leberflecks – die ich ihr eingangs schicken musste – ausgewertet hatte, beschloss sie, mich an einen Dermatologen zu überweisen. Mein Leberfleck sah zwar unverdächtig aus. Aber er war gewachsen. Und das war kein gutes Zeichen. So viel hatte ich verstanden.

weiterlesen…

unmotivierte Jobsuche
Selbstbestimmung

Unmotiviert auf Jobsuche: Betrügst du dich selbst?

Momentan beschäftigt mich ein Thema sehr stark: der Selbstbetrug. Aber schön der Reihe nach. Alles begann damit, dass wir in unserem Start-up eine neue Stelle geschaffen und ausgeschrieben hatten. Wochenlang kämpfte ich mich also durch Bewerbungsdossiers, las, machte mir Notizen, fragte nach, sortierte. Auf meinem Bürotisch stapelten sich Karriereträume, säuberlich getrennt in drei Kategorien: Out – in – Stand-by. Tatsächlich schaffte es nur etwa jedes zehnte Dossier, meine Aufmerksamkeit zu erregen und auf dem Pult meines Vorgesetzten zu landen. Woran das lag? Was die guten von den schlechten Bewerbungen unterschied?

Natürlich zählten die harten Fakten, die Berufserfahrung, die Aus- und Weiterbildung, die Sprachkenntnisse, die Arbeitszeugnisse. Aber das Zünglein an der Waage spielte letztlich ein weicher Faktor: die Motivation.

Und genau da lag das Problem. Viele Bewerberinnen und Bewerber scheiterten, weil sie ihre Motivation nicht aufs Papier brachten. Weil sie nicht schlüssig erklären konnten, warum sie sich exakt für diese Stelle bewarben und ausgerechnet bei uns ihre Brötchen verdienen wollten.

weiterlesen…

Selbstverwirklichung
Selbstbestimmung

Wird Selbstverwirklichung überbewertet?

Es geschah vor Kurzem im Tram: In Gedanken versunken sass ich da und genoss die Frühlingsstimmung. Mir gegenüber hatten zwei Frauen um die zwanzig Platz genommen. Beide waren hübsch, gut gekleidet, trugen hochhackige Schuhe und elegante Mäntel. Die eine hatte ein bisschen zu viel Rouge aufgelegt und sich in der Lippenstiftfarbe vergriffen. Die Frauen unterhielten sich über ihre Jobs, die sie offenbar nicht mochten, lästerten über ihre Chefin und die nervigen Kunden. So weit so gut. Es war ein ganz alltägliches Gespräch unter Arbeitskolleginnen.

Selbstverwirklichung, nein danke!

Und da sagte die Frau mit den zu roten Wangen und dem zu grell geschminkten Mund: «Hast du gehört, Hannah will sich jetzt selbständig machen. Die faselt nur noch von Selbstverwirklichung und so. Also ich finde, Selbstverwirklichung wird total überbewertet. Das ist doch etwas für Träumer.» Ihre Kollegin nickte so heftig, dass ihr Pferdeschwanz wippte und pflichtete bei: «Hauptsache du hast einen sicheren Job. Das Leben ist halt kein Ponyhof.»

weiterlesen…